E-Commerce-Ticker

Verstehen heißt Verkaufen: Fallstricke der Internationalisierung

Die Internationalisierung im E-Commerce kann schnell auch zum Horror für den Online-Händler werden. Muss aber natürlich nicht. Wenn man weiß, wie man die Fallstricke vermeidet, kann es auch der Weg zu einem gut gefüllten Konto sein. Grundsatz: Egal ob stationär oder digital – Verkäufer müssen die Sprache ihrer Kunden sprechen, sonst bleiben die Regale voll.

Verstehen heißt zunächst ganz simpel die richtig lokalisierte Übersetzung hinzubekommen. Sprache ist auch Kultur, und so gilt: Je stärker Menschen eingebunden sind, umso besser die Qualität und umso höher die Kosten der Übersetzung. Hand aufs Herz: Kein Handelsunternehmen kann es sich erlauben, Content ausschließlich maschinell zu übersetzen. Mindestens menschliche Assistenz und Lektorierung müssen unbedingt sein. Internationalisierung Basics.

Die Lokalisierung ist der zweite entscheidende Prozess, eine Website für ein Land oder eine Region durch das Hinzufügen marktspezifischer Inhalte, Features, Layout und Designelemente anzupassen. Bereits die reine Übersetzung kann einen kompletten Online-Shop „auf links drehen“ – wenn die neue Sprache einer anderen Leserichtung folgt. Oder die Textlänge ändert sich signifikant: Mandarin etwa benötigt im Vergleich zum Englischen bis zu 70 Prozent weniger Platz. Spanisch hingegen bis zu 40 Prozent mehr.

Bei der Lokalisierung / Internationalisierung kommt hinzu, dass Farben andere kulturelle Bedeutungen haben, Produkte und Produktbeschreibungen sowie Rich Media als irreführend, anstößig oder gar ungewollt komisch wahrgenommen werden können. Das führt schnell dazu, dass Shop-Länderseiten komplett anders als im Master aussehen, wenn Inhalte und Produkte richtig (oder gar nicht) übernommen, geändert oder ausgetauscht werden. Und das alles, ohne die Identität des Shops aufzugeben. Manche Shop-Software kann dies unterstützen, andere scheitern schon im Ansatz nötige Adaptionen zu berücksichtigen.

Für die Entscheidung, wie sehr Content und Shop-Layout für andere Regionen oder Länder angepasst werden müssen, sind verschiedene Fragen und Faktoren ausschlaggebend: Wie groß ist der relevante Markt für die Produkte, die im Shop angeboten werden? Wie viele unterschiedliche Kulturkreise sollen bedient werden? Und das lässt sich unter Umständen nicht immer rein geographisch beantworten. Ein Land kann durchaus mehrere Sprachen aufweisen.

Sehr wichtig (für die kulturelle Identität) kann es sein, zu überlegen welche URLs verwendet werden sollen – Country-Code-Top-Level Domains, Subdomains oder … Auch Suchmaschinenoptimierung funktioniert nicht universell. Für jede Sprache (und manchmal sogar Dialekt) und vor allem für jeden Markt müssen Schlagworte gefunden und nach Bedeutung evaluiert werden. Wie gesagt: Verstehen heißt verkaufen.

Quelle: OnlineMarketing.de

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Udo Kraft

Udo Kraft

Udo ist unser Allround-Content-Manger bei VersaCommerce.de. Er pflegt unsere Social Media-Auftritte und ist hier wie auch bei www.shop-kompendium.de aktiv.

Für netzaktiv betreut Udo im Wesentlichen den E-Commerce-Ticker und stellt mit sicherem Blick für spannende Inhalte zusammen, was gerade aktuell ist.

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