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Gut gewählt ist halb gewonnen: 10 Kriterien zur Auswahl deiner Shop-Themes

Ihr habt euch gegen die Eigenentwicklung eines Themes und für ein fertiges Shop-Theme entschieden? Dann kann es je nach eingesetztem Shop-System sein, dass ihr vor einer schwierigen Entscheidung steht. Denn für manche E-Commerce-Lösungen gibt es eine nahezu unendliche Auswahl an Shop-Themes – Shopify beispielsweise. Wie also findet ihr aus der Masse das Shop-Theme, das für euch genau richtig ist?

Wir geben euch in diesem Artikel ein paar Kriterien und Fragestellungen an die Hand, mit denen ihr euch bei der Auswahl eures persönlichen Traum-Themes auf jeden Fall befassen solltet.

Kriterium 1: Mobile first

Auch wenn ihr es schon gar nicht mehr hören mögt, man kann es trotzdem nicht oft genug sagen: Spätestens jetzt muss euer Shop-Layout auch für Mobilgeräte optimiert sein. Nicht erst seitdem Google die Mobile-Friendliness explizit in den Rang eines Ranking-Faktors erhoben hat, gehört ein für die unterschiedlichsten Endgeräte optimiertes Layout zu den Must-haves jedes ernstzunehmenden E-Commerce-Projekts.

Bei Themes heißt das in der Regel: Das Attribut „Responsive“ gehört in die Feature-Liste, ohne Wenn und Aber. Dabei ist jedoch genaueres Hinschauen angesagt: So manches Theme schmückt sich mit dem Label „responsive“, obwohl bei weitem nicht alle Kriterien eines wirklich anpassungsfähigen Layouts erfüllt sind. Ein recht gutes Anzeichen dafür, dass nicht nur „responsive“ draufsteht, sondern auch „responsive“ drin ist, ist meist die Unterstützung eines aktuellen Frameworks wie „Bootstrap“ oder „Foundation“. In jedem Fall solltet ihr euch das Theme eurer Wahl aber vorab mal ausführlich selber auf Tablet, Smartphone und Co. anschauen.

Was angesichts der Diskussion über responsive Designs fast schon in den Hintergrund des Interesses rückt, aber nicht weniger wichtig ist: Natürlich sollte das gewählte Theme auch alle gängigen Browser unterstützen. Und auch hier hat die Entwicklung hin zur Mobilnutzung Spuren hinterlassen: Während man sich vor ein paar Jahren noch mit dem Internet Explorer und Firefox ganz gut durchschlagen konnte, gehören inzwischen auch der auf allen Android-Geräten vorinstallierte Chrome und der Apple-Browser Safari zu den Standards.

Kriterium 2: Schön scharf

Dank Vorreiter Apple wird die Zukunft unserer Displays wohl hochauflösend sein. Die neueste Generation der Apple-Geräte ist mit einem sogenannten Retina-Display ausgerüstet, das eine viermal so hohe Pixeldichte aufweist wie bisherige Displays. Das Dumme: Auf diesen Displays sehen Grafiken in herkömmlicher Auflösung ziemlich unscharf aus, weil sie künstlich hochgerechnet werden. Das lässt sich umgehen, indem man Pixelgrafiken in vierfacher Größe vorhält und den Retina-Displays, anhand von Media-Queries, diese größeren Grafiken ausspielt. Oder bei Grafiken gleich auf Vektoren anstatt auf Pixel zu setzen, was zum Beispiel mit CSS3 und dem SVG-Format möglich ist. Ein Layout, das für scharfe Grafiken auch auf hochauflösenden Displays sorgt, nennt man „Retina Ready“ – und das sollte euer Theme idealerweise sein, wenn ihr von euren Kunden nicht verschwommen wahrgenommen werden möchtet.

Kriterium 3: Gut zu finden

Nicht mehr ganz so einfach zu beurteilen ist die Frage, ob euer Theme auch in SEO-Hinsicht gut aufgestellt ist. Sauberer Code und schnelle Ladezeiten sollten selbstverständlich sein, sind es aber leider nicht. Theme-Demos mal durch einen Performance-Test zu jagen, kann hierbei sehr aufschlussreich sein. Dass ihr SEO-relevante Punkte wie Titles und Descriptions selber pflegen könnt, zählt zu den unverzichtbaren Features eines guten Themes, reicht aber natürlich noch lange nicht aus.

Besonders gute Karten habt ihr, wenn das gewählte Theme Rich Snippets unterstützt, dann fallt ihr nämlich mit Produktbewertungen, Preisen oder anderen strukturierten und von Google direkt ausgelesenen Daten in den SERPs besonders auf.

Kriterium 4: Individualisierbar

Euer Theme hat vier verschiedene Farbvarianten und drei verschiedene Designs? Das ist ja schon mal schön – aber besonders individuell wird euer Shop damit nicht. Auch wenn zahlreiche fertige Presets oder vorbereitete Layouts euch viel Zeit und Arbeit ersparen können: Auf individuelle Anpassbarkeit solltet ihr trotzdem nicht verzichten. Viele Themes ermöglichen bereits über das Admin Panel zahlreiche Auswahlmöglichkeiten – von Farben über Schriftarten bis hin zur Auswahl zwischen Grid- oder List-Layouts. Besonders wenn ihr keine Programmierkenntnisse habt und keinen Coder mit Individualisierungen beauftragen möchtet, solltet ihr darauf achten, dass die über den Theme-Editor anpassbaren Faktoren möglichst breit angelegt sind.

Am freiesten in euren Entscheidungen seid ihr natürlich, wenn ihr CSS-Dateien und auch HTML-Templates direkt im Code selber anpassen könnt. Damit habt ihr die besten Chancen, mit minimalem Aufwand ein Maximum an Individualität aus einem fertigen Template herauszuholen.

Kriterium 5: Dokumentiert und unterstützt

Gerade wenn ihr das Theme nur als Basis nutzen und an eure individuellen Bedürfnisse anpassen möchtet, solltet ihr darauf achten, dass es gut dokumentiert ist. Eine ausführliche Dokumentation des Theme-Konzepts kann so manche Suche ersparen und zeigt auch, dass hier Profis am Werk waren. Da auch die allerausführlichste Dokumentation nicht alle Probleme vorwegnehmen kann, ist es außerdem hilfreich, wenn der Support des Theme-Autors halbwegs funktioniert. Kommentare auf Theme-Plattformen wie themeforest können euch dabei helfen, die Supportqualität der Theme-Entwickler zu beurteilen.

Kriterium 6: Zukunftssicher

Ein Umstieg auf ein anderes Theme ist meist mit viel Arbeit verbunden. Wenn ihr euch für ein Shop-Theme entscheidet, möchtet ihr das deshalb wahrscheinlich gerne ein paar Jahre behalten. Ein professioneller, zuverlässiger Theme-Designer ist darum auch in Sachen Zukunftssicherheit viel wert, denn er wird hoffentlich auch in den kommenden Jahren noch weiter Support und Aktualisierungen für sein Theme anbieten. Deshalb ist es eigentlich immer vorzuziehen, lieber ein paar Euro für ein professionell erstelltes Theme auszugeben als ein kostenloses Theme zu nutzen, um das sich in einem halben Jahr niemand mehr kümmert.

Kriterium 7: Recht und Gesetz

Wer in Deutschland einen Online-Shop betreibt, muss deutsche und europäische Verbraucherrechtsvorschriften beachten, die häufig Auswirkungen auf das Design des Shops haben. Checkout-Seiten müssen nach bestimmten Kriterien gestaltet sein, bestimmte Informationen an konkreten Stellen des Kaufprozesses bereitgehalten werden. Viele Themes haben den Nachteil, dass sie für andere Länder und andere Rechtssysteme entwickelt wurden und deshalb solche Informations- und Gestaltungsvorgaben nicht berücksichtigen. Jedes Theme, das in die nähere Auswahl kommt, solltet ihr deshalb möglichst bis zur Bestellung durchtesten und euch ein Bild davon machen, ob alle rechtlichen Aspekte darin bereits berücksichtigt sind oder damit berücksichtigt werden können – von der Preisangabenverordnung bis zur Buttonlösung.

Kriterium 8: Filtermöglichkeiten

Gerade wenn ihr in eurem Shop ein umfangreicheres Sortiment anbietet, solltet ihr sicherstellen, dass eure Kunden auch finden, was sie suchen. Das könnt ihr ihnen in erster Linie über ein gut strukturiertes Menü (flexible Menüstrukturen, die sich der jeweiligen Sortimentstiefe anpassen lassen, sind dafür hilfreich) sowie innerhalb der Kategorien über passende Filteroptionen ermöglichen. Schaut euch deshalb auf jeden Fall an, was für Filtermöglichkeiten das jeweilige Theme bietet und ob sie zu eurem Sortiment passen.

Von der Konkurrenz absetzen könnt ihr euch im Zweifel über eine sorgfältig gestaltete Suche. Viel zu oft wird die in Shops stiefmütterlich behandelt und bietet gerade mal eine lieblos hingeklatschte Liste von Produkten. Dabei gibt es tolle Möglichkeiten, die Suche in einem Online-Shop komfortabel zu gestalten: Instant Search- & Suggest-Funktionen beispielsweise, die direkt die passenden Produktbilder mit auslesen. Oder gut strukturierte, nach Kategorien sortierte Ergebnislisten, in denen man gerne stöbert.

Kriterium 9: Ab in den Warenkorb

Dreh- und Angelpunkt eures Online-Shops ist der Warenkorb – nicht ohne Grund heißen Shopsysteme im englischen Sprachraum einfach Shopping Cart Solutions. Alles rund um den Warenkorb solltet ihr euch bei der Auswahl eures Themes deshalb besonders genau anschauen. Gibt es schon auf den Übersichtsseiten die Möglichkeit, Produkte direkt in den Warenkorb zu legen? Ist die Auswahl verschiedener Produktvarianten intuitiv erfassbar und nah am Warenkorb-Button platziert? Ist der Link zum Warenkorb mit aktueller Produktanzahl und derzeitigem Warenwert auf jeder Seite direkt und auf den ersten Blick auffindbar? Ermöglicht die technische Gestaltung des Warenkorbs eine störungsfreie und schnelle Fortsetzung des Einkaufs – aber wahlweise auch die Möglichkeit zum direkten Checkout (bspw. über eine Ajax-Lösung)? Nehmt den Warenkorb gründlich unter die Lupe und unterzieht ihn einem ausführlichen Praxistest – auch im Hinblick auf die Informationspflichten, die ihr in einem deutschen Online-Shop zu berücksichtigen habt.

Kriterium 10: Grenzübergreifend

Last but not least: Unterstützt das von euch ins Auge gefasste Theme einen internationalen Online-Shop? Auch wenn ihr derzeit noch nicht plant, euer Geschäft über die Grenzen Deutschlands auszuweiten – es wäre doch ärgerlich, wenn ihr euch irgendwann doch dafür entscheidet und dann feststellt, dass euer Theme das schlicht nicht kann. Dabei gehört zu einem internationalisierungsfähigen Theme mehr als nur die Möglichkeit, Texte in mehreren Sprachen zu hinterlegen. Verschiedene Währungen sollten genauso unterstützt werden wie unterschiedliche Steuersätze.

Solltet ihr bereits konkrete Internationalisierungspläne haben, die über die Grenzen Europas hinausgehen, sind durchaus auch noch darüberhinausgehende Fragen erlaubt. Beispielsweise: Wie geht das Theme damit um, wenn eine Sprache eine ganz andere Schrift benötigt – oder vielleicht gar von rechts nach links geschrieben wird? Aber das wird sicherlich nicht für jedes Projekt ein entscheidendes Kriterium sein.

Shop-Themes-Fazit

Je nachdem, was ihr mit eurem Shop so anstellen möchtet, dürft ihr euch natürlich gerne auch noch andere Fragen stellen. Ob die von euch bespielten Social-Media-Kanäle sich effizient integrieren lassen, zum Beispiel, ob es einen angeschlossenen Blog oder eine CMS-Einbindung gibt oder ob bestimmte Plugins, etwa zur Produktbewertung, unterstützt werden. Ob ihr solche Punkte braucht oder nicht, hängt häufig stark von eurer Zielgruppe, eurer Branche und anderen Eigenheiten eures Shops ab. Schließlich ist jeder Shop anders – auch wenn er mit Design von der Stange gebaut wird.
Ihr möchtet noch konkretere Tipps? Dann schaut doch mal durch unsere Liste der 15 besten Themes für Shopdesigner und Entwickler. Vielleicht ist da ja eins dabei, das für euer individuelles Projekt die richtigen Voraussetzungen mitbringt.


 

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Dr. Katja Flinzner

Dr. Katja Flinzner

Dr. Katja Flinzner ist Spezialistin für Internationalisierung und Qualitätssicherung in Web & Print, mit einem Schwerpunkt im E-Commerce. Unternehmen aus der digitalen Welt unterstützt sie beim (grenzüberschreitenden) Content Marketing. Als Fachautorin schreibt sie über Themen aus den Bereichen IT, Web und E-Commerce.

2d Kommentare

  1. Stefan Gück
    7. Oktober 2015 von 14:17 — Antworten

    Gibt es eure tollen Tipps auch als Buch zu kaufen? Dann bitte Lieferung und Rechnung an:

    Fertikult Gück GmbH
    Stefan Gück

    Danke.

    • 8. Oktober 2015 von 22:31 — Antworten

      Danke für die Blumen, lieber Stefan. Kennst Du schon unser shop-kompendium.de? Dort findest Du komprimierte Tipps für Online-Händler – von A bis Z. Nicht ganz ein echt gedrucktes Buch, aber immerhin für E-Commercer ein tolles Hilfsmittel. Viele Grüße aus der Redaktion!

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