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Produktfotos wie bei Amazon – trotz Smartphone: Teil 1

Im Internet kann der Kunde deine Produkte nicht anfassen und ausprobieren. Deshalb musst du die Details und die Qualität deiner Ware perfekt in Pixeln festhalten. Die gute Nachricht lautet: Du brauchst keinen professionellen Studiofotografen zu buchen, um großartige Produktfotos zu bekommen. Und du benötigst auch keine teure Spiegelreflexkamera – sogar dein Smartphone tut es.

In diesem vierteiligen Ratgeber erfährst du alles darüber, wie du dein Produkt im allerbesten Licht präsentierst, sodass der regen Nutzung deines Warenkorbs oder einer Bieterschlacht bei deinen Auktionen nichts mehr im Wege steht.

Was du für deine Produktfotos benötigst

Beginnen wir mit dem Naheliegenden – der Kamera. Neuere Smartphones verfügen über recht leistungsfähige eingebaute Kameras. Diese reichen für die Produktfotografie völlig aus. Aber auch eine ganz normale, preiswerte Kompaktkamera wird dir gute Dienste leisten. Zur Stabilisierung der Kamera benötigst du außerdem ein Stativ. Kleine Smartphone-Stative bekommst du im Fachhandel schon für unter 20 Euro. Auch ein Fernauslöser ist eine gute Investition. Solche Fernbedienungen sind mittlerweile auch für Smartphones erhältlich und kosten nur ein paar Euro. Du vermeidest damit Kamerazittern und Verwackelungen während des Auslösevorgangs.

Schließlich brauchst du eine geeignete Beleuchtung und einen passenden Hintergrund. Und hier wird es spannend, denn die Möglichkeiten sind vielfältig und du kannst – je nach Art deiner Ware – richtig kreativ werden.

Wie bei Amazon: Produktfotos vor weißem Hintergrund

Große Online-Händler wie etwa Amazon präsentieren ihre Produkte freigestellt vor weißem Hintergrund. Ausschließlich der Verkaufsartikel wird gezeigt; nichts lenkt davon ab. Auch du bekommst das hin – und zwar mit einem unglaublich einfachen Trick. Zugegebenermaßen ist es ein großer Unterschied, ob du eine Weinflasche oder ein Paar Handschuhe ausleuchten und fotografieren möchtest. Dennoch eignet sich die folgende Anleitung bestens für alle kleineren Produkte bis etwa 30 cm Höhe und/oder Breite. Das Beste daran: Die meisten Gegenstände, die du dazu brauchst, besitzt du entweder schon oder du kannst sie für wenige Euro im Baumarkt, Büro- oder Haushaltswarengeschäft erwerben.

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Auch ohne teure Ausrüstung möglich: Das perfekte Produktfoto. (Screenshot: amazon.de)

Schöne Fotos für wenig Geld: Dein eigenes Lichtzelt

Das Grundprinzip besteht darin, dass du nicht den direkten Blitz der Kamera verwendest. Dieser würde unweigerlich zu harten Schatten, einer detaillosen Objektoberfläche mit irritierenden Glanzzonen und einem zu dunklen Hintergrund führen. Stattdessen nutzt du weiches, gestreutes Licht, das du durch ein halbtransparentes Material auf dein Motiv richtest.

Auf dem Markt gibt es dazu zahlreiche Hilfsmittel wie Lichtzelte oder Fotowürfel. Statt dafür Geld auszugeben, kannst du dir solche Vorrichtungen jedoch im Handumdrehen selbst bauen: Nimm einfach eine möglichst große Kunststoffbox aus neutral gefärbtem, beinahe-transparentem Material, wie sie zur Aufbewahrung von Kleinteilen in jedem Baumarkt oder Möbeldiscounter erhältlich ist. Eine geeignete Alternative ist ein weißer Wäschesack aus Textilmaterial.

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Das selbstgebaute Fotostudio. (Bild: netzaktiv)

Stelle die Box um 90 Grad gekippt auf einen Tisch, sodass die Öffnung dir zugewandt ist. Die Box stellt jetzt dein Lichtzelt dar.

Um dein Produkt wie bei Amazon & Co. in einer schattenlosen, weißen Umgebung zu präsentieren, befestigst du einen großen Bogen weißen Zeichenkarton von innen an der hinteren Oberkante der Box. Das andere Ende des Zeichenkartons fixierst du an der unteren Vorderkante deines Fotozelts, sodass das Papier einen Bogen bzw. eine Hohlkehle bildet. Zur Befestigung kannst du übrigens ganz gut Knetgummi oder Klettpunkte verwenden – so lässt sich das Hintergrundpapier im Bedarfsfall schnell austauschen, wenn du später auch mit andersfarbigen Hintergrundpapieren experimentieren möchtest (Praxistipp: Dezent gemusterte bzw. strukturierte Tapetenreste geben oft wunderbare, kreative Hintergründe ab).

Der Beleuchtungsaufbau

Du hast es fast geschafft – die letzte Komponente ist die Beleuchtung. Nimm am besten drei starke Halogen-Schreibtischlampen oder Klemmleuchten mit neutraler Lichtfarbe. Eine davon richtest du senkrecht von oben in deine Fotobox, die anderen von links und rechts. Das Licht scheint jetzt durch das transparente Material, sodass du eine weiche, gleichmäßige Ausleuchtung deines Fotozelts erhältst.

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Haben wir zuviel versprochen? (Bild: netzaktiv)

Und Klappe … Jetzt hat dein Verkaufsartikel seinen großen Auftritt. Stelle ihn in das Fotozelt, setze das Smartphone oder die Kamera auf das Stativ, schalte den internen Kamerablitz ab und fotografiere mit dem Fernauslöser. Denke daran, das Objekt von mehreren Seiten aufzunehmen. Und wenn du mehrere Artikel anbietest, solltest du die Gelegenheit nutzen, gleich alle abzulichten. So erzielst du eine ansprechende und konsistente Präsentation deiner Waren – ein wichtiges Kriterium für einen professionellen Shop-Auftritt.

 

Ausblick: Perfekter Hintergrund für dein Produkt

Sicherlich gibt es Fälle, in denen der saubere weiße Hintergrund nicht das Optimum für dein Produkt darstellt: Handgesponnene Wolle beispielsweise nimmt sich eventuell auf einer Tischplatte aus verwittertem Holz am besten aus. Einen Nagellack solltest du vielleicht nicht nur in der Flasche präsentieren, sondern auch an einer attraktiven Hand.

Das war Teil 1 von 4. Der zweite Teil unseres Ratgebers dreht sich um Tipps und Ideen, wie du solche Artikel spannend in Szene setzt.

Etwas globaler zeigen wir euch im Shop Kompendium, wie Produktbilder bestmöglich in deinem Shop eingebunden werden.


Hier noch mal ein Überblick aller anderen Teile dieser Artikel-Serie:

Teil 2 – Produktfotos wie bei Amazon – trotz Smartphone 

Teil 3 – Produktfotos wie  bei Amazon – trotz Smartphone

Teil 4 – Produktfotos wie bei Amazon – trotz Smartphone (wird am 21. November veröffentlicht)

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Isolde Kommer

Isolde Kommer

Isolde Kommer ist seit vielen Jahren Fachautorin für Webentwicklung, Social Media, Online-Marketing, Fotografie und Design. Sie hat zahlreiche Zeitschriftenartikel und Bücher veröffentlicht. Für das Online-Medium schreibt sie Fachartikel und Ratgeber zu den genannten Themen sowie zu ihren persönlichen Interessengebieten Wellness, Yoga, Selbstmanagement, Reiten und ländlicher Lifestyle. Zudem hiflt sie als Coach werdenden Autoren auf die Sprünge.

5d Kommentare

  1. 13. November 2014 von 14:35 — Antworten

    Hallo, Ich freue mich über solche Artikel wie diesen. Bin ganz neu in der Bloggerszene und suche ständig nach neuen Ideen 😉 weiter so

  2. 17. November 2014 von 12:06 — Antworten

    Der Artikel ist klasse. Habe mir bei meinem ersten Fotoshooting diese Infos noch selbst aus dem Netz zusammensuchen müssen. Freut mich zu sehen, dass es das nun auch gebündelt gibt.

    • 17. November 2014 von 13:43 — Antworten

      Das freut uns zu hören, dass es dir gefällt. Magst du uns zeigen, was (und wofür) du fotografierst?

  3. 18. November 2014 von 08:53 — Antworten

    Ich habe mir einigen Jahren für diese Zwecke ein günstiges Fotozelt gekauft. Soweit ich mich erinnern kann kostete es um die 40 Euro. Zwei Lampen waren ebenfalls im Paket enthalten.

    Hatte vorher auch versucht mit anderen Mitteln zu arbeiten, aber meist scheiterte es an der Belichtung. Entweder war zu wenig oder zu viel Licht vorhanden.

    Mit dem Fotozelt war dies nachher kein Problem mehr. Ich denke, wer wirklich häufig Produkte für seinen eigenen Shop anfertigt, der sollte das Geld (40-50 Euro) investieren. Die Summe ist nicht sehr hoch, aber der Effekt bzw. das Ergebnis ist enorm.

  4. […] Ursprünglich publiziert bei netzaktiv.de. NEU: Lass dir diesen Artikel vorlesen Ein Service von t3n, in Kooperation mit Narando. Empfiehl diesen Artikel jetzt weiter! like me! tweet me! share me! weiterleiten Vorheriger Artikel Zurück zur Startseite Nächster Artikel Ads_BA_AD('BUT'); Newsletter […]

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