E-Commerce-Ticker

Praxis-Tipp für Onlinehändler: Frauen- oder Männershop?

Oft gewinnt man nur durch Segmentierung Erkenntnisse, die den Erfolg eines Onlineshops wirklich steigern helfen. „Ist Ihr Onlineshop ein Männer- oder ein Frauenshop?“ Was für eine unsinnige Frage, werden die meisten Betreiber von Onlineshops denken – denn eher wenige haben ausschließlich das eine oder andere Geschlecht im Fokus. Sie wollen beiden verkaufen.

Deutlich mehr Sinn macht die Frage jedoch, wenn man prüft, ob der Wunsch mit der Realität übereinstimmt: Kaufen tatsächlich beide Geschlechter zu etwa gleichen Teilen? Und macht es Sinn, ein bisher unterrepräsentiertes Geschlecht verstärkt anzulocken? Das fragt Julian Kleinknecht von ConversionBoosting.

Google Analytics und andere Webanalyse-Instrumente geben Nutzern viele Möglichkeiten, die Gesamtgruppe oder Teilgruppen der Shopbesucher (Besucher der Kategorieseite X oder der Produktdetailseite Y) in Segmente einzuteilen und dafür entweder auf vordefinierte oder selbst definierte Segmentierungen zurückzugreifen.

Hat der Onlineshop beispielsweise signifikant mehr weibliche als männliche Besucher, will aber mit seinem Angebot beide Geschlechter gleichermaßen ansprechen, wird Handlungsbedarf deutlich. Also: Frauen- oder Männershop?

Interessant ist daneben nicht nur auch ein Blick auf die Gesamtzahl der Besucher, sondern auch auf die der Käufer: Gibt es hier Unterschiede zwischen den Geschlechtern? Ist es vielleicht so, dass zwar signifikant mehr Frauen den Onlineshop besuchen, die Conversion-Rate bei Männern aber deutlich höher ist? Falls es so ist, wäre es gut, dies zu wissen.

Angenommen, die Analyse zeigt, dass deutlich mehr Frauen als Männer den Onlineshop besuchen, obwohl er beide Geschlechter ansprechen soll. Man hat eine Erkenntnis. Aber man kann ja auf alle Erkenntnisse unterschiedlich reagieren: Entweder

  • man verändert die Ausrichtung des Shops und fokussiert sich auf die weibliche Kundschaft. Denn es kann einfacher sein, eine vorhandene Tendenz zu nutzen, als gegen sie zu arbeiten, oder
  • man entwirft Hypothesen, warum Männer den Onlineshop seltener besuchen – und versucht, sie verstärkt anzulocken.

Welche der Möglichkeiten man nutzt, hängt auch von weiteren Analyseergebnissen ab: Ist auch die Conversion-Rate bei Frauen deutlich höher als bei Männern, könnte der Aufwand, diese verstärkt anzulocken, zu groß werden. Man müsste sie schließlich nicht nur verstärkt ansprechen (z.B. durch gezielte Werbung), sondern auch verstärkt zu Käufern machen (durch gezielte Conversion-Optimierung).

Noch viel mehr interessante Analysen zu diesem spannenden Thema findest du in: Frauen- oder Männershop?.

Vorheriger Artikel

Google Brain und dessen möglichen Auswirkungen auf SEO

Nächster Artikel

Werbemaßnahme für Onlineshops: Mit gezielten Stickerkampagnen offline werben

Udo Kraft

Udo Kraft

Udo ist unser Allround-Content-Manger bei VersaCommerce.de. Er pflegt unsere Social Media-Auftritte und ist hier wie auch bei www.shop-kompendium.de aktiv.

Für netzaktiv betreut Udo im Wesentlichen den E-Commerce-Ticker und stellt mit sicherem Blick für spannende Inhalte zusammen, was gerade aktuell ist.

Kommentare (bis jetzt keine Kommentare)

Einen Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *