MarketingOptimierung

So schreibst du richtige Produktbeschreibungen für deinen Online-Shop

Ein wichtiges Qualitätsmerkmal für Webshops sind die Beschreibungen der angebotenen Produkte. Sie überzeugen nicht nur potenzielle Käufer der Ware, sondern machen auch die Suchmaschinen auf deinen Online-Shop aufmerksam. Produktbeschreibungen sind einer der wichtigsten Eckpfeiler des gesamten Auftritts und sollten viel Aufmerksamkeit bekommen.

Aussagekräftige Texte haben großen Einfluss darauf, dass Suchende zu Besuchern und schließlich zu Kunden werden. Dabei sind sowohl die Aufbereitung als auch der Inhalt der Produktbeschreibungen von großer Bedeutung. Der Text muss einmalig sein (als ”Unique Content“ bezeichnet) und sollte relevante Wortkombinationen beinhalten. Sonst wird er von den Suchmaschinen nicht indiziert. Der Anspruch an den Inhalt der Produktbeschreibungen ist ganz einfach formuliert: seine Wirkung sollte dem Verkaufsgespräch im stationären Ladengeschäft entsprechen. Also durchaus individuell und persönlich, ohne dabei zu „fabulieren“.

Leitfragen VOR der Erstellung der Produktbeschreibungen

  • Welche Informationen erwartet der Kunde über das Produkt?
  • Was ist das Besondere im Vergleich zu anderen, ähnlichen Produkten? Zum Beispiel: Über welche Funktionen oder Eigenschaften verfügt dieses Produkt, die ähnliche Artikel nicht haben?
  • Warum wird dieses Produkt von anderen Kunden gekauft?
  • Und: Welches Interesse bedient es oder welches Problem löst es?
  • Was hat der Kunde von diesem Produkt? Beispiel: Ein Online-Shop für Dessous verkauft keine Bekleidung sondern „Verführung“.

Der Stil

  • Der Text sollte aus eher kurzen Sätzen bestehen, ”wohlklingend“ und vor allem leicht verständlich sein.
  • Der Gebrauch von umschreibenden Adjektiven machen das Produkt (be)greifbar.
  • Zusätzlich sollte auf die Schlüsselwörter (Keywords) und Schlüsselwort-Phrasen (also eine Kombination von Wörtern) geachtet werden. Die wichtigsten dieser Stichworte sollen sowohl in der Einleitung als auch in der späteren Produktbeschreibung genannt werden. Es kann auch Sinn machen, sie durch Fettschrift hervorzuheben, denn Google & Co. beachten durchaus auch kleinere Aspekte wie die HTML-Auszeichnung <strong>. Aber Achtung: Die noch vielfach beschriebene Keyword-Dichte in Anzahl oder als Prozent vom Text ist jedoch komplett überholt, entscheidend ist, dass die Wörter und Phrasen tatsächlich auftauchen – und sei es nur einmal.
  • Ein hilfreiches Werkzeug um den Stil des Textes sowie die Schlüsselwörter für Suchmaschinen zu überprüfen ist das kostenlose, webbasierte Textanalyse-Tool von WortLiga. Auch ein Lektorat durch einen Texter kann nützlich sein.

Der Aufbau

  • Die Produktbeschreibung sollte insgesamt 200-300 Worte umfassen.
  • Zu Beginn der Produktbeschreibung sollten die überzeugendsten Argumente für das Produkt in einem Fließtext beschrieben werden.
  • Anschließend verschafft eine Liste der wichtigsten Punkte und bekanntesten Eigenschaften des Produktes dem Kunden einen guten Überblick.
  • Auf jeden Fall sollten die besonderen Highlights des Produktes noch einmal in Listenform  hervorgehoben werden.
  • Größe oder Maße des Produkts, das Gewicht sowie alle technische Details – wenn vorhanden – sollten in allen Einzelheiten benannt werden.

Verlinkungen

  • Gibt es zu einem Produkt passendes Zubehör oder verwandte Produkte, so sollte darauf hingewiesen werden. Bei sehr vielen Zubehörteilen reicht ein Link auf die passende Kategorie-Seite. Zudem ist eine gute interne Verlinkung bei den Suchmaschinen immer ein Pluspunkt.
  • Manche Hersteller bieten Downloads oder Zusatzinformationen zu ihren Produkten an – beispielsweise Handbücher. Auf diese kann ebenfalls verlinkt werden.

Was nicht weiterhilft

Da es Zeit spart, einfach ist und inhaltlich schließlich richtig, kommen Webshop-Betreiber oft auf die Idee, die Produktbeschreibung des Hersteller zu kopieren. Manchmal gibt es sie sogar als Datei von Hersteller zum direkten Import in den Shop. Aber das ist dann „Duplicate-Content“ und einer der bekanntesten SEO-Killer. Nicht machen!

Zudem sind die Herstellertexte oft zu kurz, nicht individuell genug und in Bezug auf Keywords schlicht nicht aufbereitet. Sie sollten dir als Webshop-Betreiber also lediglich als Vorlage für die Fakten rund um das Produkt dienen.

Beispiel

Beispiel Produktbeschreibung

 

 

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Thomas M. Ruthemann

Thomas M. Ruthemann

Tom Ruthemann ist ein erfahrener Web- und Werbe-Texter aus Hannover. Er schreibt stets ganz zielgruppengerecht und findet »... immer die richtigen Worte«. Mit seinem Unternehmen »TMR« Text + News-Service möchte er vor allem erreichen, dass für seine Auftraggeber aus Interessenten am Ende echte Kunden werden.

8d Kommentare

  1. 12. September 2013 von 09:46 — Antworten

    […] Art von Inhalten wollen Sie einkaufen? Produktbeschreibungen, Blog-Artikel, Anwenderberichte, Geschichten rund um Ihr Sortiment – vieles kann hilfreich sein, […]

  2. […] Produktbeschreibung zu jedem einzelnen Produkt muss erstens vorhanden sein und zweitens auch mit einer ausreichenden […]

  3. 9. August 2014 von 16:09 — Antworten

    Hallo Tom,
    danke für den ausführlichen, informativev Text. In meinem Arbeitsalltag habe ich das aber ganz anders erlebt. Für Produktbeschreibungen werden überwiegend 100 Wörter gebucht. Dem gegenüber steht dann ein Briefing in der Länge von einer Din-A4-Seite (na ja, nicht immer ;-)). Bei Kunde A darfst Du den Leser auf keinen Fall ansprechen, bei Kunde B darfst Du auf keinen Fall genaue Angaben zum Material und den Maßen machen (weil Folgeprodukte damit auch noch abgedeckt sein sollen), bei Kunde C hast Du Dich aller eigener Kommentare zu enthalten und bei Kunde D sollst Du den Verkauf ankurbeln. D-i-e Produktbeschreibung gibt es meiner Meinung nicht wirklich. Aber unsere Fähigkeit, die Wünsche des Auftraggebers bestmöglich umzusetzen, ist immer gefragt. Das macht den Job ja auch so abwechslungsreich, oder? :-)))
    LG, content-werkstatt

  4. 9. August 2014 von 21:18 — Antworten

    Das ist wohl wahr! 😉

  5. […] halten für die Conversion Rate Optimierung ein gigantisches Potenzial bereit: Sie können Ihren Besucher an der Hand nehmen und ihn zu seiner Kaufentscheidung führen. Sie starten mit einem Fließtext, der die wichtigsten positiven Eigenschaften des Produkts […]

  6. 8. April 2016 von 08:00 — Antworten

    Hallo Herr Ruthemann, grundsätzlich stimme ich dem Artikel zu. ich sehe die Produktseite eines Shops aber eigentlich als eigenständige Landingpage, d.h. ihr Ziel ist es „zu verkaufen“. Da meistens via AdWords oder anderen Kampagnen der potentielle Käufer direkt auf die Produktdetailseite kommt, spielen die bekannten Conversion Faktoren dort dann die entscheidende Rolle. In vielen Fällen, wird das außer Acht gelassen und Bedürfnissanalysen nur für Startseiten oder Kategorieseiten erstellt. Bei den Detailseiten wird dann geschlampert und das sollte nicht Sinn & Zweck sein.

    • 8. April 2016 von 10:54 — Antworten

      Vielen Dank für die Ergänzung „Neuvolution“ – Sie haben nicht unrecht. Der Ansatz eine Produktseite als Landingpage im weiteren Sinne zu sehen ist für den Prozess zweifellos hilfreich. Es zeigt noch einmal klar, dass man an keiner Stelle nachlassen darf.

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