MarketingOptimierung

Keyword-Recherche für Online-Händler – Tipps und Tools für Einsteiger

Was sind „gute“ Keywords und wie findest du sie? Hier erklären wir die Keyword-Recherche ganz konkret und erläutern die Verwendung wichtiger Tools Schritt für Schritt.

Was sind Keywords und warum sind sie so wichtig?

Keywords sind Suchbegriffe, die bei Google & Co. (ok, zu 90%+x nur bei Google) eingegeben werden. In den Trefferlisten weit oben angezeigt zu werden, ist das A und O aller Marketing-Bemühungen mit der Abkürzung SEO (Suchmaschinen-Optimierung).

Und für Werbung möglichst wenig zu zahlen und dabei auch noch die wirklich interessierten Besucher zu erreichen, ist das Ziel von SEA (Suchmaschinen-Werbung).

Sowohl der SEO- als auch der SEA-Erfolg basieren maßgeblich auf den verwendeten Keywords.

„Gute“ Keywords lassen deinen Shop bei Suchanfragen weiter oben erscheinen und bei der Werbung helfen sie dir, mehr Käufer mit deinem Budget zu gewinnen.

Eine gute Keyword-Analyse bzw. -Recherche ist der erste – und damit wichtigste – Schritt hierzu.

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Bei fast 75% der Suchanfragen (allein in Deutschland) werden zwei oder mehr Keywords eingegeben. Je länger eine Suchphrase ist, desto genauer weiß der Suchende, was er möchte. Bei einer Kaufabsicht haben diese Keywords somit eine relativ hohe Konversion.

Doch nur weil ein bestimmtes Keyword die meisten Besucher auf deine Website lockt, heißt das noch lange nicht, dass du hierdurch auch mehr Umsatz erzielst. Denn nicht alle Suchanfragen haben eine Kaufabsicht!

Welche Keywordarten gibt es?

Bevor ich auf ein paar detaillierte Analyse-Beispiele eingehe, möchte ich für die Einsteiger unter euch noch erläutern, welche Keyword-Arten es gibt und wie man sie benutzt.

Hinter den einzelnen Keyword-Arten stehen unterschiedliche Suchintentionen, die du bei deiner Keyword Recherche beachten solltest. Um jegliches Klischee zu erfüllen, nehme ich mal das Beispiel „Schuhe“.

Suchintentionen – Welche Absicht hat der Suchende?

  • Navigations-Keywords: “Schuhe”. Der User sucht allgemeine Informationen. Er kann eine Kaufabsicht haben, kann jedoch genauso gut einfach nur nach Inspiration suchen.
  • Informations-Keywords: “Schuhe Größentabelle”. Der User sucht detaillierte Informationen.
  • Recherche-Keywords: “Schuhe Testberichte”. Der User hat eine Kaufabsicht, möchte sich jedoch zunächst absichern.
  • Transaktions-Keywords: “Schuhe kaufen”. Der User sucht detaillierten Informationen mit Kaufabsicht.

Neben der Suchintention spricht man bei Keywords außerdem von Short- bzw. Longtail-Keywords.

Short- vs. Longtail-Keywords

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Short-Tail: “Schuhe kaufen”. Short-Tail Keywords sind allgemeine Suchbegriffe mit hohem Suchvolumen. Wenn du für diese Suchbegriffe ein gutes Ranking erreichen möchtest, brauchst du einen langen Atem – und meist auch mehr Geld für AdWords, denn die Konkurrenz ist groß.

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Long-Tail: “Nike Air Max Damen Größe”. Ein Longtail-Keyword besteht meist aus mehreren relevanten Suchbegriffen. Natürlich ist das Suchvolumen hier viel geringer.

Der große Vorteil der Longtail-Keywords ist, dass du oftmals weniger Konkurrenz hast – und die Besucher mit einer klaren Absicht zu dir kommen, also oft näher am Kauf sind, als die „allgemeinen Sucher“.

Am Anfang: Brainstorming

Jetzt, wo wir verstehen, warum Keyword-Recherche so wichtig ist, kümmern wir uns um deine Recherche. Hierzu dient am besten eine Liste der Suchbegiffe, von denen du glaubst, dass deine Kunden nach ihnen suchen.

Die einfachen Keywords sollten aus zwei Worten bestehen, vergiss aber nicht die Longtail Keywords aus bis zu vier oder fünf Wörtern bestehen können. Je länger deine Liste im Voraus wird, umso leichter fallen dir neue und relevante Begriffe ein.

Befrage unbedingt auch Freunde oder Kollegen, was sie eingeben würden, wenn sie nach deinen Produkten suchen – oft ist man als Shop-Betreiber nämlich ein wenig „betriebsblind“.

Jetzt kannst du die ersten Tools einsetzen, um deine Listen zu analysieren und zu verfeinern.

Eines der einfachsten Hilfsmittel ist die Vorschlagsfunktion von Google. Bleiben wir beim Thema „Schuhe“.

Erste Hilfe: Google

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Um zu sehen, welche weiteren Vorschläge Google macht, scrolle bis ganz nach unten:

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Für noch viel mehr Begriffe: Übersuggest

Ein super Werkzeug zur Erweiterung deiner Listen ist Übersuggest.

Übersuggest durchsucht sämtliche Google Stichworte und ergänzt das Keyword mit jedem einzelnen Buchstaben von A bis Z.

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Für die weitere Analyse: Google Keyword Planner

Und schon sind wir wieder bei Google.

Bereits bei der Recherche nach dem richtigen Keyword kommt der Google-Keyword-Planer ins Spiel. Hier kannst du sowohl nach den Suchanfragen für einen bestimmten Begriff schauen, als auch Keyword-Ideen abfragen.

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Gib deine Keywords ein, die du aus deinem Brainstorming erarbeitet hast. Entweder als ein Wort oder mit mehreren Wörtern jeweils durch ein Komma getrennt.

Überprüfe vor allem deine Einstellungen unter „Ausrichtung“. Ist dein Firmensitz in Deutschland und du versendest deine Ware auch nur innerhalb von Deutschland, sollten auch nur Ergebnisse aus diesem Land für dich relevant sein.

Unter „Meine Suche anpassen“ und „Mögliche Keywords“ solltest du „nur Ideen anzeigen, die meinen Suchbegriffen sehr ähnlich sind“ einschalten.

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Die nächste Grafik zeigt, welcher Reiter standardmäßig voreingestellt ist. Klicke auf Keyword-Ideen.

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In der ersten Spalte dieser Tabelle listet Google sowohl den ursprünglichen Suchbegriff, als auch ein eng verwandtes Keyword auf. Die zweite Spalte zeigt die Anzahl der Suchanfragen, die jeden Monat in dem von dir festgelegten geographischen Gebiet durchgeführt werden.

In der dritten Spalte sehen wir den Grad des Wettbewerbs für jedes Keyword. In diesem Fall (ist ja beim Thema Schuhe auch kein Wunder), ist der Wettbewerb immer hoch.

Deine Keywords sollten also mehrere Eigenschaften mitbringen:

▪   Transaktions-Keywords mit hoher Konversion Rate

▪   Hohes Suchvolumen

▪   Geringe Konkurrenz

Je nach Branche sind einzelne Keywords mehr oder weniger umkämpft. Gerade am Anfang ist es deshalb sehr wichtig, dass du deine Keywords mit Bedacht auswählst.

Der nächste Screenshot zeigt, wie das für den Suchbegriff „Schuhe“ aussehen kann. Dabei werden einige Keyword-Ideen vorgeschlagen.

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Nun kannst du den Keyword-Filter auf der linken Seite nutzen um zum Beispiel nach „niedrigen“ oder „mittleren“ genutzten Keywords zu suchen und dabei die „hohen“ herausfiltern, weil diese ohnehin einen zu heftigen Wettbewerb für dein Unternehmen darstellen.

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Die Ergebnisse dieser Liste liefern dir die besten Konditionen die zu deinem Shop und deinem Produktangebot passen. Wiederhole diesen Vorgang für alle Begriffe aus deiner Brainstorming-Liste.

 Schlussfolgerung

Nach Abschluss deiner Keyword-Recherche und der Umsetzung deiner gewählten Keywords auf deiner Website, sollte Google nun ein besseres Verständnis von dem haben, was dein Online-Shop eigentlich bietet.

Gleichzeitig stellt die Suchmaschine ein besseres Suchergebnis für die Nutzer bereit, die du als Kunden gewinnen möchtest.

Beachte aber, dass SEO und die Keyword-Recherche ein laufender Prozess sind. Es braucht Zeit und Geduld, für die Recherche und Umsetzung deiner Keywords und noch mehr Zeit für Google, um auf stetige Veränderungen einzugehen.

Im Laufe der Zeit sind es Suchmaschinen-Algorithmen oder Kundenbedingungen, die sich ändern und denen du dich im SEO und der Keyword-Recherche anpassen musst.

 

 

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Nadine Brokmann

Nadine Brokmann

Ob Redaktion, Public Relations, Marketing, Networking oder der Online-Shop als solches: Angefangen beim Fernsehen, über Plattenfirmen, weiter zum Hundeprofi Martin Rütter... viele Branchen haben viel Erfahrung gebracht. Und so ist Nadine inzwischen bei netzaktiv.de als Content-Managerin tätig.

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