Strategie & Planung

Eigener Online-Shop: So startest du dein E-Commerce-Business – Teil 3

Neu im E-Commerce? In unserer E-Commerce-Startup-Reihe verraten wir dir, was du alles wissen und beachten musst, wenn du einen Online-Shop eröffnen möchtest. In den ersten beiden Teilen haben wir schon jede Menge rechtliche Aspekte zusammengefasst, auf die du achten solltest. Diesmal wird’s etwas praktischer.

Zum Nachlesen: Teil 1 & Teil 2

Lagern oder lagern lassen?

Was verkaufst du eigentlich? Sofern es keine digitalen Güter sind, solltest du dir Gedanken darüber machen, wo und wie du deine Ware lagern kannst und willst. Dabei kommt es nicht nur darauf an, wie deine Produkte beschaffen sind (Volumen, Gewicht, Empfindlichkeit), sondern auch, wo du sie eigentlich herbekommst. Es gibt gerade in punkto Produktlogistik die unterschiedlichsten Modelle:

Eigene Versandlogistik
Natürlich kannst du die Waren in deiner Garage oder in einem angemieteten Lagerraum unterbringen und selbst versenden. Je nach Produkt möchtest du vielleicht selber nochmal draufschauen und/oder bei jeder Bestellung das richtige raussuchen? In diesem Fall musst du dich um entsprechendes Versandmaterial ebenso kümmern wie um den passenden Logistikdienstleister (siehe unten).

Dropshipping
Ein gegensätzliches Modell ist das sogenannte Dropshipping. Dabei bekommst du die Ware, die du verkaufst, genau genommen nie zu sehen. Du nimmst in deinem Online-Shop die Bestellung an, kümmerst dich um die Zahlungsabwicklung und bearbeitest Kundenanfragen. Sobald es an den Versand geht, wendest du dich an deinen Dropshipping-Partner, meist ein Hersteller oder Großhändler, der die Ware direkt an den Kunden versendet. Je nach Vereinbarung wickelt der Großhändler auch Retouren und Reklamationen selbst ab – Ansprechpartner für den Kunden bleibst natürlich du.

Externes Fulfillment
Ein interessanter Kompromiss zwischen beiden Lösungen ist die Beauftragung eines externen Fulfillment-Dienstleisters. Der wohl bekannteste dürfte Amazon sein, der sich mit seinem Angebot „Fulfillment by amazon“ nicht nur an Marketplace-Händler richtet, die ihre Produkte (auch) über Amazon verkaufen – der Logistik-Service ist auch für externe Online-Shops buchbar. In der Praxis sieht das so aus, dass du deine Produkte in größeren Mengen an den Dienstleister schickst, sie dort lagern und von dort aus verschicken lässt.

In allen Fällen musst du vorab klären, wie Retourenmanagement und Reklamationsabwicklung aussehen sollen. Ansprechpartner für deine Kunden bist dafür immer du – es kann aber durchaus sinnvoll sein, den logistischen Part der Retouren vom jeweils beauftragten Partner abwickeln zu lassen.

Eigener Online-Shop oder Marktplätze?

Zu den zentralen Aspekten einer E-Commerce-Strategie gehört auch die Überlegung, ob du deine Produkte in einem eigenen Shop, über Marktplätze oder vielleicht auf beiden verkaufst. Marktplätze bieten dir große Reichweitenvorteile, bringen aber auch eine Menge Abhängigkeit mit sich. Welche Chancen und Risiken konkret dahinter stecken und was du dabei berücksichtigen solltest, haben wir in einem ausführlichen Artikel bereits näher beleuchtet.

Sinnvoll ist meist ein ausgewogener Kanal-Mix: Zum Beispiel, indem du den Marktplatz Amazon an deinen VersaCommerce-Shop anbindest. Denn während Händler sich erst über Jahre einen Ruf erarbeiten müssen, hat Amazon das bereits geschafft. Das zeigt sich auch in den Verkaufszahlen: Im Jahr 2014 wurden über zwei Milliarden Produkte über externe Händler an Amazon-Kunden verkauft. VersaCommerce macht es Dir leicht: In vier einfachen Schritten hast du deinen Shop mit Amazon verknüpft und genießt die Vorteile von Amazon aus dem Backend deines VersaCommerce-Shops.

amazon schnittstelle online-shop versacommerce

(Grafik: VersaCommerce.de)

SaaS oder selber hosten?

Entscheidest du dich für einen eigenen Shop, gibt es eine weitere Grundsatzfrage zu klären: Möchtest du deinen Shop selber hosten (bzw. auf einem gemieteten Server oder Webspace betreiben) oder lieber eine „fertige“ SaaS-Lösung nutzen? Auch hier gibt es Vor- und Nachteile – natürlich bist du mit deinem eigenen Shop flexibler, musst dich aber auch um viel mehr Dinge kümmern. Eine gut gepflegte SaaS-Lösung, die beispielsweise rechtliche Neuerungen pünktlich in ihren Prozessen berücksichtigt und auch in Sicherheitsfragen immer auf dem aktuellen Stand der Technik ist, kann dir viel Arbeit abnehmen.

Partner suchen

E-Commerce ist ein komplexer Prozess, den man alleine gar nicht bewältigen kann. Um den Verkaufsprozess vollständig abzudecken, brauchst du Partner, und über die solltest du dir im Vorfeld ausführlich Gedanken machen.

Der wichtigste dabei ist dein Logistikpartner. Denn die Zufriedenheit deiner Kunden steht und fällt mit der reibungslosen Lieferung deiner Waren. Und da du diese wohl in den seltensten Fällen selber beim Kunden vorbeibringen wirst, musst du dir überlegen, mit welchem Logistiker du zusammenarbeiten möchtest. An diesem letzten Schritt im E-Commerce-Prozess zu sparen, ist keine gute Idee – sorge dafür, dass die gewählte Lösung gut funktioniert und zu deinen Kunden passt. Je nachdem kann es auch sinnvoll sein, mehrere Paketdienstleister zur Auswahl anzubieten.

Auch für den zweiten kritischen Punkt im Kaufprozess brauchst du verlässliche und vor allem vertrauenswürdige Partner: Da deine Kunden dir nicht persönlich ihr Bargeld in die Hand drücken können, ist die Zahlung einer der entscheidendsten Faktoren im E-Commerce. Wähle auch hier deine Partner mit Bedacht aus – möchtest du nur einzelne Zahlarten anbieten und diese direkt mit dem Zahlungsanbieter abwickeln? Oder eignet sich ein Vertrag mit einem Payment Service Provider (PSP) besser, über den zahlreiche Zahlungsweisen zentral abgewickelt werden können?

Näheres zu den gängigsten Zahlarten findest du auch in unserem Shop-Kompendium.

Gut verknüpft: Dein Warenwirtschaftssystem

Wenn du mit dem Verkaufen beginnst, wirst du schnell feststellen, dass es von essentieller Bedeutung ist, den Überblick zu behalten – über den Lagerbestand ebenso wie über offene Bestellungen und ausstehende Rechnungen. Und das ist gar nicht immer so einfach. Um unnötigen manuellen Aufwand zu vermeiden, solltest du deinen Online-Shop mit einem Warenwirtschaftssystem und dem Rechnungswesen verknüpfen. Eine automatisierte Anbindung an deine Buchhaltungssoftware kann dir zum Beispiel viel lästige Arbeit ersparen.

Solange du nur über einen einzelnen Shop verkaufst, kann es sein, dass du mit der dort integrierten Warenwirtschaft klarkommst. Schwieriger wird es, wenn du mehrere Verkaufsplattformen bedienst – dann ist eine zentrale Verwaltung von Stamm- und Bestelldaten unerlässlich.

Klingt nach viel Arbeit und vielen Entscheidungen – mit der richtigen Idee, den richtigen Partnern und ein bisschen Entscheidungsfreude ist das aber alles zu bewältigen. Was das Leben als Shopbetreiber sonst noch so an Herausforderungen mit sich bringt, verraten wir euch im nächsten und letzten Teil unserer E-Commerce-Startup-Serie.

Zum Nachlesen: Teil 1 & Teil 2

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Dr. Katja Flinzner

Dr. Katja Flinzner

Dr. Katja Flinzner ist Spezialistin für Internationalisierung und Qualitätssicherung in Web & Print, mit einem Schwerpunkt im E-Commerce. Unternehmen aus der digitalen Welt unterstützt sie beim (grenzüberschreitenden) Content Marketing. Als Fachautorin schreibt sie über Themen aus den Bereichen IT, Web und E-Commerce.

1 Kommentar

  1. 12. Juli 2016 von 20:17 — Antworten

    Ich möchte gerne Uhren über meinen Shop verkaufen.
    Welcher dropshipping Anbieter möchte mit mir zusammenarbeiten, bzw. welche Uhren Anbieter gibt es?

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