MarketingStrategie & Planung

Das große Onlineshop ABC für Händler

Von A wie Analytics, über L wie Landing-Pages bis hin zu Z wie Zahlungsarten. Wir zeigen dir, worauf es im E-Commerce ankommt. Ein Guide von Händlern für Händler.

Das Leben als Onlineshop-Betreiber ist nicht immer einfach. Es gibt eine Vielzahl an Dingen die es zu beachten gilt, sowohl um den eignen Onlineshop zum Laufen zu bringen, neue Kunden zu akquirieren oder sich einfach von der Konkurrenz abzuheben. Um es für dich etwas einfacher zu machen, haben wir in unserem Onlineshop ABC eine kleine Hilfe für dich gebaut, in der wir dir 26 der wichtigsten Begriffe kurz erklären.

Analytics

Du weißt nicht warum deine Website trotz tollem Social-Media Auftritt kaum besucht wird? Oder kaufen dir die Kunden den Laden leer, aber du handelst nur nach Bauchgefühl? Es klingt so, als bräuchtest du ein Analyse-Werkzeug! Mit Google Analytics kannst du beispielsweise nicht nur sehen wie deine Kunden sich auf deiner Website bewegen oder wie viel dein letzter Tweet brachte; dank Funktionen wie Benchmark kannst du auch sehen, wo du im Vergleich zur Konkurrenz stehst. Dazu ist es auch noch simpel und kostenlos! Und wenn dich erst einmal das Analytics-Fieber gepackt hat, schau dir auch deine Statistiken auf Facebook, Twitter und Co. an!

Brand-Building

Der Grundstein für deinen Erfolg ist es, sich möglichst früh von der Konkurrenz abzugrenzen. Selbst wenn du einzigartige Produkte hast, ist es wichtig, dich und deinen Shop früh als Marke zu etablieren. Kunden kaufen nicht bei einem Logo, sondern bei Menschen. Sie kaufen auch nicht eine Hose, sondern ein Image, das mit dieser Hose verbunden wird. Baue also deine “Über uns” Seite auf und verfolge deine Marken-Strategie konsequent auf allen Kanälen.

(Foto: © Rawpixel / Fotolia)

(Foto: © Rawpixel / Fotolia)

Content-Marketing

Zeig deinen Kunden wer du bist und sei dabei hilfreich, informativ und lustig! Im Content Marketing geht es darum, deinen Kunden durch Inhalte einen Mehrwert zu bieten. Natürlich dient dies den Zielen, deine Bekanntheit zu steigern, dich als Experte zu etablieren und letztendlich den Umsatz zu steigern. Allerdings reicht es nicht, reine Werbetexte mit lustigen Bildern auszustatten. Deine Kunden kennen den Unterschied und wollen nicht für dumm verkauft werden. Schaffe einen Mehrwert für sie und sie werden gerne wieder kommen!

Domain

Die Domain deines Onlineshops ist normalerweise identisch mit dem Namen deines Unternehmes. Dieser sollte – genau wie dein Domainname – kurz und prägnant sein, Wiedererkennungswert haben und leicht zu merken sein. Auch ein Wortspiel kann gut sein, aber ziehe bitte keines willkürlich an den Haaren herbei (wie “Herbeigezogen” für einen Friseurladen).

ERP

Du hast gerade fünf neonfarbene Schnürsenkel verkauft aber nur noch drei auf Lager? Das wäre dir mit einem guten Warenwirtschaftssystem nicht passiert. Hier kannst du nicht nur deinen Lagerbestand verwalten, sondern auch Rechnungen automatisieren.

Finanzamt

Wenn dein Onlineshop erst einmal eingerichtet ist, wirst du so schnell nicht um das Finanzamt herum kommen. Ein guter Steuerberater ist Pflicht. Gerade kleinere oder nebenberufliche Händler nehmen dies aber aus Kostengründen selbst in die Hand. Hier ist es wichtig, sich immer auf dem Laufenden zu halten um von Vorteilen wie der Kleinunternehmerregelung zu profitieren.

Gutscheine

Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft. Mit Gutscheinen kannst du nicht nur deine Kunden für ihre Treue belohnen, sondern auch Neukunden gewinnen. Du kannst auch deine Newsletter-Abonnenten mit Gutscheinen verwöhnen oder mit Aktionen in den sozialen Medien auf dich aufmerksam machen.

Hashtags & Handles (Social-Media)

Überall hört man, dass ein Auftritt in den sozialen Medien heutzutage längst Pflicht ist. Und warum auch nicht? Du kannst für dein Produkt werben, deine Marke außerhalb von deiner Website präsentieren und neue Kunden gewinnen. Lass dir aber bitte nicht einreden, dass du alle sozialen Netzwerke sofort kapern musst und mindestens 20 Tweets am Tag schicken solltest. Finde raus was für dich und dein Geschäft funktioniert und setze im Zweifelsfall (oder bei sehr kleinen Teams) lieber auf Qualität statt Quantität.

Internationalisierung

Natürlich geht es auch ohne, aber warum auf die zusätzlichen Chancen und Möglichkeiten verzichten? Der internationale Handel wächst und mit ihm auch die Zahl- und Versandoptionen. Erweitere deinen Service doch zunächst auf die DACH-Region und nimm später noch andere Länder in Angriff.

JPEG

Ob eigener Onlineshop, Instagram oder Amazon, tolle Produktbilder sind Pflicht! Eines der häufigsten Formate ist jpeg. Das liegt daran, dass es unter den gängigen Formaten die beste Kompressionsrate hat. Du musst aber beachten, dass beim Abspeichern von Bildern im JPEG-Format eine ausreichend hohe Bildqualität eingestellt ist, sonst verlieren die Bilder an Schärfe und Tiefe.

Kunden

Egal ob du im B2B oder B2C tätig bist, letztendlich verkaufst du immer an Menschen. Um deine Zielgruppe ansprechen zu können, musst du daher wissen wer sie sind. Dabei reicht es nicht zu sagen: Frauen von 20-40. Was macht sie aus? Welche Themen bewegen sie? Wie konsumieren sie? Auf welchen Plattformen mit welchen Geräten? Welche Interessen haben sie noch? Wo wohnen sie? Wenn du alle diese Fragen für einen fiktive Kundin geklärt hast, hast du deine erste Persona. Herzlichen Glückwunsch! Nun kannst du bei jeder Marketings- oder Vertriebsmaßnahme diese Persona kontaktieren um heraus zu finden ob dein Konzept aufgehen wird oder noch optimiert werden muss.

Landing-Pages

Du kannst mit tollen Aktionen auf Twitter und Facebook glänzen und hast hohe Klickraten, siehst aber auf Google Analytics, dass die Kunden ganz schnell wieder deinen Shop verlassen? Das kann an deiner (nicht vorhandenen) Landing-Page liegen! Deine Landing-Page ist dabei die Seite, auf der Kunden nach dem Klick auf einen (Aktions-)Link landen. Diese hast du im Idealfall extra für diese Aktion erstellt. Natürlich möchtest du dann deinen Kunden alles auf einmal zeigen. Halte dich aber zurück und sorge für Übersichtlichkeit, klare Strukturen und hervorstechenden Call-to-Action. So werden dann auch aus Besuchern feste Kunden!

Multichannel

Neben deinem eigenen Onlineshop solltest du mit deinen Produkten auch auf den wichtigsten Shoppingplattformen vertreten sein. Das verschafft dir nicht nur neue Kunden, sondern auch mehr Reichweite. Also meld dich auf Ebay, Amazon und Co. an.

Newsletter

Newsletter sind beliebt wie nie. Du kannst mit ihnen deine Kunden auf dem Laufenden halten, neue Angebote bewerben oder Umfragen machen. Einmal erstellt kannst du ihn an unendlich viele Leute verschicken. Gerade in der Kombination mit einem eigenen Blog ein Must-Have um Kunden an dich und deine Marke zu binden. Dabei gibt es viele tolle Newsletter Call-to-Action Beispiele, damit auch deine Kunden zu begeisterten Abonnenten werden.

(Screenshot: netzaktiv.de)

(Screenshot: netzaktiv.de)

Offline-Marketing

Auch wenn du einen reinen Onlineshop betreibst, kannst du einiges für dein Offline-Marketing tun. Dein offline Berührungspunkt mit deinem Kunden ist das Päckchen, mit deiner Ware, die du an ihn sendest. Warum nicht die Rechnung kreativ gestalten oder kleine Goodies hinzufügen? Das freut nicht nur deine Kunden, sondern kann auch wieder mit Hilfe von Instagram und Co. deine Online-Bekanntheit steigern!

Pflichtseiten

Pflichtseiten sind die Seiten in deinem Onlineshop, die du zwingend haben musst. Diese sind vom Gesetzgeber vorgeschrieben und bestehen aus : Impressum, Wiederrufsbelehrung, AGB und Datenschutzerklärung. Die Texte auf diesen Pflichtseiten haben teilweise vertraglichen Charakter, sind also rechtlich bindend. Achte daher darauf, deine Seiten immer auf dem neuesten Stand zu halten, um Abmahnung und Streitigkeiten vorzubeugen.

Querdenken

Ein ausgetretener Pfad bringt einen nicht immer zu den schönsten Orten. Genau so verhält es sich mit dem E-Commerce. Warum nicht einmal etwas Neues ausprobieren? Dabei kannst du ruhig einen T-Shirt Shop machen, aber finde deine Nische und spezialisiere dich. Mit einem Shop für T-Shirts mit Filmzitaten aus den 80ern kannst du schnell zum Marktführer in deiner Branche werden. Besonders mit dem richtigen Brand-Building.

Recht

Kaum etwas ändert sich so häufig wie die Rechtslage im E-Commerce. Neben Impressum, Abmahnwellen und Urheberrecht bei Bildern gibt es aber auch einige Vorteile, wie die Kleinunternehmerregelung für dich. Bleib also up-to-date bei Rechtsthemen!

SEO

SEO bedeutet Suchmaschinenoptimiereung. In erster Linie geht es darum bei Goolge möglichst hoch mit deinen Begriffen zu ranken um deine Zielgruppe besser zu erreichen. Früher musstest du dafür nur möglichst viele Keywords auf deiner Website haben, Qulität oder Kontext spielten keine Rolle. Diese “guten alten Zeiten” sind zum Glück der Kunden vorbei. Mit neuen Algorhytmen kommt es jetzt auf die Qualität statt Quantität an. Gute Einsteigertipps sind hierfür ein eigener Blog um im Keywordranking nach vorne zu kommen. Auch Kooperationen mit anderen Seiten bringen dich weiter wenn sie qualitativ hochwertig sind und zu dir verlinken.

Template /Theme

Das Template oder Theme deines Shops ist das erste was dein Kunde von dir sieht. Es ist quasi die Dekoration und Gestaltung deines digitalen Geschäfts. Dabei kannst du auf fertige Themes zurück greifen und schauen was am besten zu deinem Shop passt. Sind deine Produkte minimalistisch oder verspielt? Was sind deine Farben? Welche Funktionen brauchst du bei den Produktbildern? Hier findest du sicherlich das richtige Template.

Unique-Selling-Proposition

Deine USP, oder Alleinstellungsmerkmal, ist DIE herausragende Eigenschaft deines Produktes oder deiner Dienstleistung. Damit kann sowohl ein hervorragender Service gemeint sein, als auch eine technische Besonderheit welche dich von der Konkurrenz abhebt. Wichtig ist hierbei dass du dein USP den Kunden klar und verständlich kommunizierst und dein Versprechen auch einhältst. Nichts wäre schlimmer als mit gutem Kundenservice zu werben, wenn du das Versprechen nicht halten kannst.

Versandarten

Genau wie bei den Zahlungsarten, ist es auch wichtig, deinen Kunden verschiedene Möglichkeiten bei den Versandarten zu geben. Neben verschiedenen Versandanbietern, kannst du dir dabei auch überlegen ob zum Beispiel auch Express-Versand für dich in Frage kommt. Verwalten kannst du das alles mit einem Anbieter wie zum Beispiel shipcloud.

Werbung

Die beste Werbung für deinen Shop sind immer noch deine Kunden. Baue also Bewertungsportale wie eKomi oder Trusted Shops in deine Website mit ein und lass dir von deinen Kunden Bewertungen schreiben. Ansonsten ist auch ein Blog eine tolle Möglichkeit, die Vielfältigkeit deiner Produkte zu zeigen oder dich in deinem Gebiet als Experte zu positionieren.

(User) Xperience

Hierbei geht es um das Erlebnis deines Kunden. Wie ist die Bedienung deiner Website? Erklären sich deine Produktseiten intuitiv? Passen deine Landing-Pages optisch zum Rest deiner Kampagne? Vor und nach jeder Optimierungsrunde solltest du daher versuchen, dich in deine Kunden hinein zu versetzen, um zu verstehen was sie wirklich brauchen. Du kannst auch Freunde bitten, testweise bei dir zu bestellen und dir von ihren Erlebnissen in deinem Shop zu erzählen.

Yoast

Unser Lieblingstool wenn es um die Optimierung (SEO)  der eigenen Website geht. Mit einer kleinen Ampel hast du sofort im Blick ob du noch an deinem neuesten Blogpost schrauben solltest oder du bereits grünes Licht hast.

(Screenshot: yoast.com)

(Screenshot: yoast.com)

Zahlungsarten

Nichts ist frustrierender als wenn ein Kunden im letzten Moment einen fast sicheren Kauf abbricht, auch bekannt als Warenkorbabbruch. Damit dir dies nicht auch passiert ist es sinnvoll auf mehrere Zahlungsarten zu setzen da die meisten Kunden frustriert sind wenn sie nicht ihre bevorzugte Zahlungsart finden können.

Und zum Schluss: Ä, Ö und Ü

Wir hoffen du hast jetzt einen kurzen Überblick bekommen, wie du öffentlichkeitswirksam deinen Onlineshop und deinen Webauftritt verbessern kannst, damit dein Geschäft die Ättention bekommt, die ihm zusteht!

 

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Stella Lange

Stella Lange

Stella arbeitet bei VersaCommerce im Marketing. Wenn sie sich nicht um die Social-Media-Aktivitäten kümmert, ist sie auf der Suche nach tollem Content und schreibt Artikel für unseren Blog oder erhebt die neuesten Kennzahlen.

2d Kommentare

  1. 18. Januar 2016 von 13:38 — Antworten

    Schöne Auflistung 😉
    Da haben ja manche Händler noch was zum (dazu)lernen!

  2. 7. April 2016 von 09:27 — Antworten

    Ich finde vor allen Dingen den Hinweis mit der Nische wichtig. Speziell, wenn ich aus dem Retailing komme und glaube, ich müsste mein stationäres Sortiment 1:1 ins Netz übertragen. Das scheitert meist bereits an der Komplexität der Logistik.
    Außerdem gerät man damit schnell in die Me-Too-Falle

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