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Im Interview: Ein Superheld schafft es, die Berufswelt zu revolutionieren

Wer die Geschichte von Spiderman kennt, weiß vielleicht auch, dass Peter Parker seine Superkräfte erst Stück für Stück entdeckt und lernen muss, sie richtig einzusetzen. Zwischenzeitlich gibt er sogar sein Superhelden-Dasein auf – aufgrund von Selbstzweifeln und der Unvereinbarkeit mit seinem Privatleben – widmet sich dann aber wieder seiner Berufung. Genau so soll es auch uns ‘normalen’ Menschen gehen, die sich zum Wohle der eigenen Karriere dem Superheldentraining unterziehen.

Ein weiteres Crowdfunding-Projekt geht erfolgreiche Wege: Jörn Hendrik Ast und sein Team trainieren die Superhelden der Berufswelt. Das Wissen aus zweieinhalbjähriger Arbeit hat der Gründer und Autor nun in seinem zweiten Buch gebündelt. Das Superheldenjournal ist eine Mischung aus Karrieretest, Arbeitsbuch und einem 12-wöchigen Kurs für zu Hause.

Wir haben den Gründer, Blogger und Trainer über seine Superkräfte befragt: Seine laute Stimme, sein nie versiegender Ideenvulkan und seine unaufhaltbare Vorwärtsenergie.

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(Foto: superheldentraining.de)

 

Superheldentraining klingt total toll! Erzählt mal was über euch. Wer seid Ihr und was macht Ihr?

Super, oder? Wir wollten definitiv ein Projekt machen, wo wir ständig in Superlativen sprechen können. Quasi als Eigentherapie mit  Positivaffirmationen. Und es wirkt. Aber zu eurer Frage: Wir, das sind aktuell unsere freie Trainerin Carolin Friese und der Psychologe Ernst Roidl und ich als Superheldentrainer-Chef vom Dienst. Dazu kommen viele wunderbare Unterstützerinnen und Unterstützer die uns bei der Umsetzung der Trainings helfen oder auch dem Webdesign und Printdesign in unserem Verlag für unsere Superheldenwelt. Wir verstehen uns als Karriereinstitut für die Arbeit der Zukunft. Es geht uns darum die Frage zu beantworten wie wir in Zukunft besser arbeiten können entlang unserer Kompetenzen und Motivationen. Dafür gestalten wir Workshopformate für Unternehmen und Privatpersonen und mit unserem Verlag auch Schulungsunterlagen und Bücher.

 

Gefühlt sind Themen rund um die Karriere oft sehr steif. Wie seid Ihr auf den Namen und die Aufmachung gekommen?

Exakt. Die meisten Angebote sind eher professionell, trocken und haben wenig Bäm und machen eher so semi Spaß. Natürlich gibt es auch großartige Beispiele, die das anders machen, aber wir wollten uns definitiv weiter aus dem Fenster lehnen. Wir wollten ein Programm schaffen, was Mut macht sich auf den Weg zu machen und das eigene Karrierepotenzial auszuschöpfen. Wir bewegen uns ja im Bereich Neue Arbeit, New Work, Arbeit 4.0 und Digitalisierung und es wird aktuell zwar viel über diese Themen geredet, aber leider auf sehr theoretischem Niveau. Wo sind die Ansätze die einem wirklich helfen mit diesen Veränderungen umzugehen? Was bedeuten erhöhte Komplexität, stärkere Flexibilisierung und steigende Anforderungen am Arbeitsplatz der Zukunft ganz konkret für den einzelnen Menschen? Braucht man jetzt etwa Superkräfte um das zu schaffen? Genau hier setzen wir an.

 

Wie seid Ihr überhaupt darauf gekommen so etwas anzubieten?

Bei der Gründungsgeschichte spielt definitiv meine Mitgründerin Inken Arntzen eine wichtige Rolle, die aktuell frisch in Elternzeit gegangen ist und leider nicht mehr dabei ist. Ihr initialer Gedanke: “Ich möchte aus den Menschen Superhelden machen” hat mir sehr gut gefallen und daraus haben wir unseren Kompetenztest entwickelt. Das ist ein 40 Aussagen starker Test, nach 10 Minuten bekommt man hier ein Ergebnis aus insgesamt 16 verschiedenen Karrieresuperhelden, die wir selbst entwickelt haben. Es ist zwar nur ein Modell, aber Modelle helfen komplexe Zusammenhänge zu verstehen. Es geht um Muster und Beispiele die unseren Teilnehmern beispielhaft die Möglichkeiten für den Einsatz ihrer Kompetenzen, ihrer Karrieresuperkräfte nahebringen soll. Und das Feedback nach mittlerweile 2.000 Einzelberatungen ist wirklich großartig. Zum Beispiel wie: “Ach so bin ich also? Ich habe es immer geahnt, aber noch nie so klar für mich benennen können!”

 

An wen richtet sich das Superheldentraining?

Sehr gute Frage. Unsere Zielgruppe ist ganz unterschiedlich. Grundsätzlich ist jede und jeder willkommen, die oder der sich Fragen zur beruflichen Orientierung stellt. Wir wenden uns an alle, die auf dem Weg zu der Tätigkeit, die sie wirklich ausüben wollen Orientierung suchen. Das können zum einen Berufsstarter, Absolventen und Auszubildende sein, die kurz vor dem Eintritt in die Berufswelt stehen und ihre Superkräfte gerade erst entdecken. Aber auch Professionals und Führungskräfte, die seit Jahren im Berufsleben stehen und endlich die Glasdecke durchstoßen wollen auf dem Schritt zur nächsten Stufe, gehören zu unseren Teilnehmern.

Grundsätzlich aber alle, die sich fragen ob der Weg, den sie eingeschlagen haben, der richtige ist. Wir arbeiten viel mit denen, die sich selbstständig machen wollen und dafür Klarheit und Mut brauchen. Und eine wichtige Zielgruppe sind Mütter, die als Wiedereinsteiger zurück ins Berufsleben wollen oder Väter, die für die Familie auf Teilzeit reduzieren wollen.

 

Irgendwie also jeder, aber es ist schon eine definierte Zielgruppe. Wie vermarktet Ihr das Superheldentraining und die dazugehörigen Produkte und wie bringt Ihr sie an den Mann/ Frau.

Ja genau, insbesondere an Letztere. Wir haben eine Frauenquote von 65%, das hat uns auch dazu gebracht die letzten beiden Trainings in Hamburg mit dem betahaus Hamburg und in München mit dem Panda Female Leadership Contest speziell als Female-Superheldentrainings anzubieten. Wir machen auch viel mit Kooperationen, zum Beispiel trainieren wir Erstsemester an Universitäten wie der Frankfurt School of Business und der Universität Hamburg. Aktuell überarbeiten wir unsere Typologie mit dem Masterstudiengang für Performance Management der Leuphana Universität Lüneburg, das ist super spannend.

Was die Vermarktung angeht, haben wir einen starken Fokus auf Online Marketing und Social Media, unser Kompetenztest wird täglich von neugierigen Testhelden ausgefüllt. Dazu bloggen wir kräftig über ausgesuchte Themengebiete, zum Beispiel hat Julia Wissel vom Redaktionsteam gerade stark den Fokus auf die Themen Teilzeit und Wiedereinsteiger nach Elternzeit gelegt.

Das größte und spannendste Projekt ist gerade unser neues Buch das Superheldenjournal und der neue Online Shop unseres Verlags, der natürlich mit Versacommerce betrieben wird und auf superheldenjournal.de zu finden ist. Hier geht es um den Vertrieb unseres Superheldenjournals, unserer designten Postkarten und weiterem Superhelden-Merchandising, das in Planung ist.

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(Foto: superheldentraining.de)

 

Wenn man das Superheldentraining dann absolviert hat – was für ein Superheld kann man dann am Ende werden?

Es gibt insgesamt 16 verschiedene Superheldentypen, dabei spielen unsere vier Superheldenfamilien eine wichtige Rolle und unsere vier Arbeitsdimensionen in denen die Helden tätig sein können. Und das ist auch schon der ganze Zauber, vier mal vier ergibt sechzehn. Es gibt in den Superheldenfamilien Unternehmer, das sind Typen die ihre eigenen Ideen und Projekte umsetzen. Die Maker sind ihrem Wissen und Können verpflichtet und kreieren kontinuierlich Dinge. Die Kämpfertypen sind immer auf der Suche nach den großen Herausforderungen und lösen von Herzen gern Probleme. Und die Helfer wollen ein Stück weit die Welt retten und stellen sich in den Dienst anderer.

Spannend wird es dann, wenn wir auch die Frage stellen, wie man denn arbeiten will. Das wird dann sehr konkret und für einige unserer Teilnehmer sind das schon direkte Handlungsempfehlungen. Eine Makerin die in der Arbeitsdimension “selbstständig” arbeiten will, ist ein Freelancer, eine Soloselbständige die z.B. als Texterin oder Redakteurin bei Medienunternehmen gebucht wird. Ein schreibender Unternehmer hingegen der selbstständig arbeitet, wird eher zu einem Solopreneur, einem  Autor, der daran interessiert ist sich selbst zu vermarkten. Beide Typen schreiben und sind Wortkünstler, die Texterin will aber einfach einen guten Job bei ihren Kunden machen, während der Autor und Solopreneur ständig die Werbetrommel rührt um sich und seinen Namen bekannt zu machen.

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(Grafik: superheldentraining.de)

Ist das Superheldentraining auch was für Online-Händler oder VersaCommerce-Kunden?

Na klar unser Angebot gilt genauso für die Geschäftsführerin der Goldschmiede, die neuen Mut und Power braucht für die Internationalisierung ihres Shops oder für den Mitarbeiter des Herstellers von Spezialpapier für die Bau- und Verpackungsindustrie, der den nächsten Schritt in Richtung Führung gehen will, um ein eigenes Team zu leiten. Wir geben Richtung und Orientierung, machen Mut und definieren klare Ziele für die individuellen Schritte der eigenen Karriere.

 

Was denkst Du, welcher Superhelden-Typ eignet sich besonders, um den Online-Handel richtig aufzumischen?

Oh da habe ich einen heißen Tipp. Nehmt das Beispiel von dem Autor. Solopreneure sind die perfekte Zielgruppe für E-Commerce Superhelden. Eigene Produkte zu entwickeln und zu verkaufen erfordert Unternehmersuperkräfte. Ich bin zum Beispiel auch ein Solopreneur und habe ein großes Interesse daran, dass die Dinge genau so sind, wie ich sie haben will. Ich habe zwischendruch auch mit einer Buchagentin gearbeitet und mit verschiedenen Verlagen gesprochen, aber letzten Endes war es für das Projekt des Superheldenjournals besser alles in Eigenregie zu machen: Eigener Verlag, eigener Shop, eigenes Marketing. Das gilt auch für Kleinunternehmer die zum Beispiel exklusive Schokolade, Seife oder ein eigenes Fashion Label betreiben. Ich mag ja die Helden die exklusiv und regional in ihrem Einzugsgebiet wirken. Denn je mehr Superhelden den Online-Handel aufmischen, desto stärker wächst der Mut für andere es ebenfalls zu probieren. Und jeder Superheld hat mal klein angefangen. Ich bin für mehr Superhelden am E-Commerce-Himmel und würde mich freuen mit dem Superheldentraining dazu bei zu tragen, dass mehr Helden ihre Superkräfte entdecken.

 

Danke für das Interview 🙂

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Andy Wall

Andy studiert Integrated Media & Communication an der Hochschule Hannover und ist als Werkstudent bei VersaCommerce tätig. Veröffentlichungen bei Vice.com und Produkttexte für Blue Tomato runden seinen Schreibstil für netzaktiv.de ab.