E-Commerce-Ticker

Die richtigen Inhalte für einen effektiven Corporate-Blog

Content bewegt sich immer in einem Spannungsfeld: Man kann nicht nur für den Leser schreiben, denn das Ganze ist ja kein Selbstzweck, man muss aber für ihn schreiben, sonst greift der ganze Ansatz nicht. So nutzerorientiert wie möglich, so Conversion orientiert wie nötig – so sieht der richtige Corporate-Blog aus.

Gehen wir davon aus, dass du nicht im Stile von Buzzfeed einfach nur um jeden Preis Klicks generieren willst, um Werbeeinnahmen zu erzielen. Klassisches „Clickbaiting“ mit Headlines wie „Diese niedliche Baby-Bulldogge erlebt zum ersten Mal Regen“ ist dann für dich eh kein Thema. Das billige Herumreiten auf emotionalen Triggern stößt selbst bei Vierzehnjährigen nur noch selten auf Akzeptanz. Und wir reden hier von Content-Marketing im B2B und B2C.

Aber selbst wenn du deine Inhalte mit echten journalistischen Qualitätsstandards zu erstellen, bist du immer nur einen Schritt von Headlines wie „Die 7 meistgelesenen Content-Formate“ oder „5 Tricks für doppelt so viele Social Shares“ entfernt. Der Grund dafür: Diese Überschriften funktionieren. Denn für den Leser erweckt eine solche Überschrift den Anschein einer konkreten, übersichtlichen, segmentierten und daher leicht zu rezipierenden Sammlung hilfreicher Tipps mit einem greifbaren Nutzenversprechen.

Prinzipiell gibt es gegen solche Überschriften auch wenig zu sagen, außer dass sie – zumindest aus der Sicht der Leser – mittlerweile einem gewissen Abnutzungseffekt unterliegen und deswegen vielleicht nicht mehr allzu oft eingesetzt werden sollten. Und: Wichtig ist in diesem Zusammenhang natürlich, dass sie die versprochenen Tipps und Tricks dann auch verbindlich ausliefern, sonst bleibt beim Leser nichts als Enttäuschung.

Und Vorsicht: Keine Selbstbebauchpinselung! Es ist ratsam, einen eher nutzerzentrierten Themenmix anzupeilen, anstatt inhaltlich nur in der firmeneigenen Suppe zu köcheln. Es ist sicherlich nicht verkehrt, auf dem Blog gelegentlich (!) ein neues Produkt vorzustellen oder „Gesicht zu zeigen“ – der letzte Betriebsausflug eignet sich dann aber doch besser für einen Facebook-Post als für einen Blogbeitrag. Die Content-Strategie muss fest an die Unternehmens- und Markenwerte gekoppelt sein. Auf jeden Fall zu vermeiden sind PR-lastige Selbstbeweihräucherungen im Stile überschwänglicher Pressemitteilungen – diese Art von „Marketing-Schreiberei“ liest niemand gerne.

Um Content an den die Zielgruppe zu bringen, muss man SEO-Kriterien erfüllen. Wer nicht gefunden wird, wird nicht gelesen. Umso ärgerlicher ist es für den Leser, wenn Ratgeber-Texte eines Corporate-Blog aufgrund vermeintlicher SEO-Anforderungen oder CI-Vorgaben künstlich aufgebläht werden. Die Einleitung eines Artikels, der Hauptteil und das Fazit bestehen lediglich aus Paraphrasierungen derselben Aussage? Ein eindeutiges Anzeichen für Bläh-Content. Wenn man einen genuinen Gedanken – und ein solcher darf in einem Blogartikel ja durchaus vorkommen – in 250 Wörtern ausdrücken kann, sollte man es dabei belassen und die Geduld des Lesers nicht mit Redundanz strapazieren.

Zu strenge Quality-Gates höhlen einen Artikel von innen aus. Der Geschäftsführer streicht eine Passage, in der er ein Betriebsgeheimnis ausgeplaudert sieht? In Ordnung – allerdings streicht man damit wahrscheinlich auch die Informationen, die für den Leser eben besonders interessant gewesen wären. Der Artikel wird dadurch quasi entkernt. Dasselbe gilt für vollkommen glattgebügelte, überredigierte Artikel, die keinerlei Kante mehr bieten. Die tun dann vielleicht niemandem weh, sind aber so leblos wie ein Stück Autobahn.

Beim Content-Marketing per Corporate-Blog sollen die Inhalte hilfreich, nützlich, praktisch und im besten Fall auch noch unterhaltend sein. Das wissen wir bereits, ebenso wissen wir um die maßgebliche Bedeutung der Nutzerperspektive. Für diesen Perspektivenwechsel von Push zu Pull muss sich so mancher altgediente Vertriebler oder Marketer schon geradezu auf den Kopf stellen – so tief verwurzelt sind die alten Werbe- und Abschlussreflexe. Umlernen ist also bitter nötig.

Quelle: Zielbar

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Udo Kraft

Udo Kraft

Udo ist unser Allround-Content-Manger bei VersaCommerce.de. Er pflegt unsere Social Media-Auftritte und ist hier wie auch bei www.shop-kompendium.de aktiv.

Für netzaktiv betreut Udo im Wesentlichen den E-Commerce-Ticker und stellt mit sicherem Blick für spannende Inhalte zusammen, was gerade aktuell ist.