Strategie & Planung

Amazon gibt Gas! Nicht schmollen, sondern dabei sein!

Amazon gibt Vollgas. Amazon Fresh, Amazon Business, Voice Commerce via Alexa, Amazon Music Unlimited sind nur einige der aktuellen Projekte. Wir geben einen Überblick über die Innovationspipeline und sagen euch, wie ihr – statt in der Schmollecke zu sitzen – dabei sein könnt.

Amazon brennt aktuell ein wahres Feuerwerk von neuen Diensten und Projekten ab. Kaum eine Woche vergeht, in der es keine News aus dem Hauptquartier des E-Commerce-Giganten zu neuen Initiativen gibt. Und diese beziehen sich keineswegs nur auf das ohnehin schon dominante Engagement als Online-Händler und Marktplatzbetreiber. Musik-Streaming und Online-Food gehören ebenso dazu wie Ausflüge in die Logistik und der Einstieg in stationäre Ladengeschäfte. Wir geben euch hier einen Überblick, was da momentan so alles umgesetzt wird oder in Planung ist.

Wir geben einen viel versprechenden Tipp, wie das funktionieren kann: mit dem Amazon Commander.

Und wir wollen dazu raten, sich angesichts der zugegeben beeindruckenden Omnipräsenz des globalen Platzhirsches im Online-Handel nicht resigniert in die Schmollecke zu verziehen. Als Online-Händler ist es beinahe schon Pflicht, auf den rasenden Amazon-Zug aufzuspringen, um am Erfolg teilzuhaben.

Amazon Music Unlimited kommt bis Jahresende

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Das Management in Seattle um Firmengründer Jeff Bezos scheint nicht länger gewillt zu sein, den lukrativen Markt für das Musik-Streaming Spotify, Apple Music und anderen kampflos zu überlassen. Kürzlich ging daher mit Amazon Music Unlimited ein hauseigener Streaming-Dienst in den Vereinigten Staaten an den Start. Medienberichten zufolge soll der Service bis zum Jahresende auch in einigen europäischen Ländern, nämlich in Großbritannien, Deutschland und Österreich, verfügbar sein.

Online-Food via Amazon Fresh

Das Potenzial des Marktes für online gekaufte Lebensmittel, neudeutsch Online-Food genannt, ist gewaltig, aber bisher nur in sehr geringem Ausmaß erschlossen. Wir haben hier schon darüber berichtet, welche Stolpersteine der E-Commerce noch zu überwinden hat, um an diesem 160-Milliarden-Euro-Markt alleine in Deutschland in signifikanter Größenordnung zu partizipieren. Wen wundert es, dass Amazon bei der Erschließung dieser neuen Umsatzquelle eine Vorreiterrolle einzunehmen versucht? Seit Juni liefert Amazon über den Service Fresh frische Lebensmittel in Großbritannien aus. Im Heimatmarkt USA gibt es dieses Angebot schon länger. In beiden Ländern beschränkt Amazon sich zwar bislang auf ausgesuchte Ballungsräume, aber der Einstieg ist damit geschafft. Der Schritt auf die britische Insel ist für viele Fachleute ein verlässlicher Indikator dafür, dass Amazon Fresh auch bald nach Deutschland kommt.

Einstieg in die Logistik

Eng verbunden mit der Frage des Online-Lebensmittel-Handels ist das Feld der Logistik. Seit geraumer Zeit beobachten wir Aktivitäten von Amazon, sich generell von den angestammten Paketlieferservices unabhängiger zu machen und – wenn auch bislang erst in kleinerem Umfang – eigene Logistikstrukturen aufzubauen. Mittlerweile betreiben die US-Amerikaner im Bundesgebiet zwei eigene Paketzentren. Jüngst verkündete das Management, im Rahmen einer Kooperation mit Shell zunächst versuchsweise in einem Pilotprojekt an zehn Shell-Tankstellen im Stadtgebiet von München so genannte Amazon Locker aufzustellen. Kunden können ihre Online-Käufe in diese Paketkästen liefern lassen und von dort abholen. Das ist ein klarer Angriff auf das Konzept der Pack-Stationen von Deutsche Post DHL. Shell betreibt bundesweit rund 2.000 Tankstellen.

Stationäre Läden als Pick-up-Stationen

Wiederum Medienberichten zufolge plant Amazon auch in Deutschland die Eröffnung von stationären Ladenlokalen. Amazon kommentiert solche Gerüchte grundsätzlich nicht, bevor sie dann tatsächlich umgesetzt werden. Fakt ist allerdings, dass das Unternehmen in den USA neben regulären Filialen auch in aktuell rund 25 Städten Stores betreibt. Die Idee hinter dieser Online-goes-offline-Strategie ist, Kunden zu erreichen, die beispielsweise in der Mittagspause ihren Einkauf online ordern und diesen dann auf dem Heimweg lieber kurz selber abholen, als sich diesen liefern zu lassen.

Online-Shopping mit dem Dash Button

Dash-Button

(Foto: VersaCommerce.de)

Vor einigen Wochen hat Amazon seinen Dash Button in Deutschland eingeführt. Mit diesem produktgebundenen Bestellknopf können Online-Shopper Verbrauchsgüter wie Taschentücher oder Waschmittel wie der Name Bestellknopf schon nahelegt per Knopfdruck ordern. Über Sinn und Unsinn dieser neuen Variante des E-Commerce kann man sicher trefflich streiten, wie meine Kollegin Dr. Katja Flinzner ja bereits in herzerfrischender Weise dargelegt hat. Der aktuelle Sachstand zum Dash Button ist, dass Verbraucherschützer Klage eingereicht haben, da dieser gegen hiesige handels- und verbraucherschutzrechtliche Vorschriften verstoße. Ende offen. Amazon wäre allerdings nicht Amazon, wenn sie es nicht zumindest versuchen würden.

Voice Commerce mit Amazon Echo und Alexa

Ein neuer Trend im Online-Handel heißt Voice Commerce. Hier geht es im Prinzip wie beim Dash Button um einen assistierten Online-Einkauf. In diesem Fall allerdings nicht über einen Bestellknopf, sondern mit einem sprachgesteuerten Assistenten. Bei Amazon heißt dieser Service Echo, das Interface mit Spracherkennung wurde Alexa getauft. In den USA wird diese Technologie seit der Vorstellung des Voice Interface im Jahr 2014 mehr oder weniger massiv vorangetrieben. In Deutschland dürfte der Voice Commerce zunächst auf ähnliche rechtliche Probleme treffen wie der Dash Button. Das bleibt allerdings abzuwarten.

Angriff auf das B2B-Segment mit Amazon Business

Und noch ein bislang offiziell nicht bestätigtes aber durchaus glaubwürdiges Mediengerücht: Die Rheinische Post Online berichtete jüngst, dass Amazon mit einer Plattform für Geschäftskunden unter dem Label Amazon Business auch den Online B2B-Markt in Deutschland aufrollen will. Angeblich soll der Start noch vor Weihnachten erfolgen. Was sich zunächst einmal recht unspektakulär anhört, könnte sich als großer Coup erweisen. Denn das Marktvolumen im B2B-E-Commerce in Deutschland beträgt angeblich 870 Milliarden Euro. Da erscheinen die 165 Milliarden Euro des Lebensmittelhandels in Deutschland beinahe schon wie die legendären Peanuts.

Am Amazon Marktplatz geht (fast) kein Weg vorbei

Laut einer aktuellen Studie von EHI und Statista erwirtschafteten die TOP 100 Online-Shops in Deutschland im Jahr 2015 mit physischen Gütern einen Umsatz von 24,4 Milliarden Euro. Der Anteil von Amazon daran betrug 7,8 Milliarden Euro. Diese Zahl spricht eine eindeutige Sprache. Sowohl für Händler als auch für Hersteller ist es fast unausweichlich, auf Amazon.de präsent zu sein. Oder mit den Worten des Branchenexperten Adrian Hotz bei einem Streitgespräch auf der NEOCOM anders ausgedrückt: “Amazon ist die Infrastruktur des deutschen E-Commerce und man muss es als Händler nutzen.”

Marktmacht beklagen oder am Erfolg teilnehmen?

Wir könnten jetzt die zunehmende Marktmacht von Amazon beklagen und – wie jüngst von dem einen oder anderen Diskutanten zum Beispiel auf der NEOCOM geschehen – düstere Szenarien malen, dass der US-Gigant zum Quasi-Monopolisten im Online-Handel in Deutschland und Verursacher eines Massensterbens von Online-Shops werde. Das will ich an dieser Stelle gar nicht beurteilen. Es ist die Aufgabe von Politik, Wettbewerbs- und Verbraucherschützern, solchen Entwicklungen, so es sie tatsächlich gibt, entgegenzuwirken, wo es die Rechts- und Wettbewerbslage de facto gebietet. Für Shopbetreiber heißt die Aufgabe aber wie gerade bereits angedeutet viel mehr, das Beste aus der gegebenen Lage herauszuholen. Und da ist es allemal besser, auf den Erfolgszug von Amazon so gut wie möglich aufzuspringen, statt schmollend in der Ecke zu sitzen.

Amazon

(Grafik: C_osett / flickr.com)

Dabei sein mit dem Amazon Commander!

Wenn du dich entschieden hast, mit deinem Shop auch über den Marktplatz von Amazon verkaufen zu wollen, gibt es eine Schnittstelle, die die technische Anbindung an den Marketplace kinderleicht und komfortabel macht. Mit dem VersaCommerce Amazon Commander nutzt du die einfachste Amazon-Integration. Du steuerst deinen Amazon-Verkauf komfortabel aus dem Backend deines Shops heraus. Bestellungen werden automatisch von Amazon in deinen Shop übertragen. Du exportierst deine Artikel mit einem Klick zu Amazon. Eine speziell auf Amazon abgestimmte Search Engine Optimization steht ebenfalls zur Verfügung. Und du nutzt optional den Versand durch Amazon FBA, auch für Bestellungen im Shop. Der nachgewiesene Erfolg von Kollegen spricht für sich.

 

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Frank Zimmermann

Frank Zimmermann

Frank ist mit seinem Unternehmen FCZ PR seit 2003 selbständiger Kommunikationsberater. Seine Kernkompetenzen sind E-commerce, IT im Allgemeinen und die Finanzdienstleistungsbranche. Neben Corporate Communications ist die Krisenkommunikation seine Passion. Zuvor war Frank als Managing Director des Standortes Frankfurt der PR-Agentur Weber Shandwick tätig.

  • Hallo,
    nachhaltiger, qualitativer Rohstoff, hochwertige Verarbeitung → so fertigen wir (holzmoebelkontor.de) in Deutschland langlebige Produkte und vertreiben zu realistischen Preisen wertige Vollholzmöbel.
    Die Ausführungen von F. Zimmermann mag für sogenannte Consumer Produkte auf Amazon richtig sein.
    Wie sieht es aber aus, sobald es sich um Qualitätsprodukte handelt?

    Zitat “Amazon ist die Infrastruktur des deutschen E-Commerce und man muss es als Händler nutzen.”
    Dies testen wir aktuell mit unserer Produktlinie Roll-Lattenroste (lattenrost-outlet.de). Ebenso in Deutschland nach unseren Qualitäts-Maßstäben gefertigt. Das Arbeiten und Handeln mit Amazon sorgt definitiv für stetige (teilweise heftige) Diskussionen innerhalb unseres Teams über die weiteren Strategien und den weiteren Umgang mit Amazon.

    Schmollend in der Ecke zu sitzen ist mitnichten die richtige Strategie und Reaktion auf die Marktmachtstellung von Amazon. Beiderseits faire Bedingungen sollten allerdings schon die Grundlage eines Online-Handels sein.
    Der Weg bleibt spannend!

  • Hallo Gerd,

    auch mir ist natürlich bekannt, dass die Zusammenarbeit mit amazon nicht an allen Stellen “vergnügungssteuerpflichtig” ist, um es einmal freundlich auszudrücken.

    Deshalb ziehe ich meinen Hut auch umso erfreuter vor jedem Online-Shop, der aufgrund der Qualität seiner Produkte oder wegen anderer Alleinstellungsmerkmale eine Nische gefunden hat, in der er auch ohne Kooperation mit amazon wirtschaftlich arbeiten kann.

    Beste Grüße

    Frank

  • Macht keinen Sinn, da nichts mehr hängen bleibt. Amazon ist einfach zu teuer. Es gibt dort leider, wie wohl in jeder Branche, immer noch einen Trottelverkäufer, der nicht rechnen kann und die Ware unbedingt “am billigsten” raus schieben muss. Wenn diese Fraktion mal ausgestorben ist, weil pleite gegangen, dann finden sich sicher wieder neue Dumme. Dann gefällt mir auch die Strategie von Amazon nicht, wo Händler regelrecht verdrängt werden in Segmenten wo was gut läuft. Ich bin echt froh das unsere Lieferanten da so langsam zurück rudern. Der schnelle große Deal bringt halt nichts wenn die Händlerkette weg bricht und dann nur noch einer die Preise diktiert. 😉
    Also vorerst sicher kein Amazon bei uns. Das Argument Geld verdienen und Erfolg haben zählt hier leider mal 0. Es geht hier wohl eher um auspressen und ausspionieren. Wer die Philosophie vom Amazon Gründer Jeff Bezos hier nicht ernst nimmt, der wird am ende wohl bitter weinen.

  • Hallo Sylvia,

    vielen Dank für deinen Beitrag aus der Praxis.

    Erlaube mir eine persönliche Bemerkung: Ich freue mich über jeden Online-Shop, der quasi in Eigenregie auch ohne Anbindung an die großen Marktplätze erfolgreich ist. Das spricht für ein gutes Konzept. Gratulation!

    Der allgemeine Trend sieht jedoch anders aus. Vielleicht interessiert dich unser gestern veröffentlichtes Interview mit Mark Steier zum Thema Marktplätze: http://www.netzaktiv.de/geht-erfolgreicher-e-commerce-ohne-anbindung-an-marktplaetze-wir-haben-den-guru-mark-steier-gefragt/

    Weiterhin viel Erfolg

    Frank